Das bunteste Viertel in Bonn.

Die Altstadt ist für mich das bunteste Viertel in Bonn, das zu jeder Tages- und Nachtzeit ein anderes Gesicht hat. Die Bonner Altstadt selbst liegt im Schatten des Stadthauses. Eigentlich sollte diese im Zuge der Stadthaus Erweiterung ebenfalls weichen, und durch größere Baukomplexe ersetzt werden. Das ist zum Glück nicht passiert. Nachdem für den Bau des Stadthauses einige alte Straßenzüge abgerissen wurden gab es massive Proteste aus der Bevölkerung. Insbesondere die Anwohner haben sich gegen weitere Baumaßnahmen gestellt. Nach einigem hin und her wurde dann von weiteren Abrissmaßnahmen abgesehen. Das ist auch gut so, denn nicht alle was in den 70er Jahren schick war passt heute noch in die Zeit und die Umgebung. So gilt das Stadthaus heute als eine der Bausünden von Bonn: Ein in die Jahre gekommener dicker Klotz in der Innenstadt. Selbst die Stadt Bonn weiß nicht so recht was man damit machen soll. Sanierung oder Abriss und Neubau? Nichts desto trotz bietet das Stadthaus immer eine gute Orientierung. Durch die Höhe kann es von weit her sehen. Damit weiß man sofort wo die Bonner Altstadt ist.

Wobei der Name Altstadt dabei etwas irreführend ist, denn der eigentliche Altstadtkern der Bundesstadt eher rund um das Münster herum bzw. Richtung Rhein. Der Bereich gehört eigentlich zur Nordstadt, nur das klingt nicht so schön. Um das Viertel aufzuwerten sind findige Gastronomen auf die Idee gekommen diesen Teil von Bonn einfach Altstadt zu nennen. Das wurde angenommen, und der Name hat sich in allen Köpfen verankert. Im engeren Sinne reden wir hier über das Gebiet zwischen Bornheimer Straße, Kaiser-Karl-Ring, Köln Straße und Stadthaus. Hier gibt es ganz unterschiedliche Ecken, die alle Ihren Charme haben. Meine Lieblingsplätze in der Bonner Altstadt befinden sich irgendwie fast immer an Straßenkreuzungen. Da kann man so schön die Menschen die Menschen beobachten.

Der Eingang zur Bonner Altstadt in der Breite Straße

Am Brunnen in der Breite Straße Ecke Dorotheenstraße

Da ist zum Beispiel die Ecke Breite Straße / Dorotheen Straße. Dort steht ein Brunnen und man kann sich hinsetzen, und die Leute beobachten. Das Blickfeld ist gut. Von hier  kann ich die Breite Straße hoch und runter schauen, zudem in die Dorotheenstraße hinein. Den Platz mag ich im Sommer sehr. Die Sonne scheint, der Brunnen sprudelt, das Wasser kühlt und Drumherum das wuselige Treiben.

Brunnen Ecke Breite Straße/Dorotheenstraße

Hier gibt es eine Reihe von Kneipen, in denen sich regelmäßig die Fußballfans zu allen wichtigen und unwichtigen Spielen versammeln. Alternativ gibt es nette Cafés in die man einkehren kann. Im Sommer werden die Parkplätze  davor als Außen Terrasse genutzt, so dass man mitten im Ort des Geschehens ist. Kleine Läden zum Stöbern und shoppen runden das Bild ab.

Am Frankenbad. Mitten im Veedel.

Das Frankenbad ist eines von 3 öffentlichen Bädern in Bonn. Zudem eines der wenigen, welches auch für Wettkämpfe geeignet ist. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Wie so bei so vielen städtischen Gebäuden in Bonn besteht ein Sanierungsstau. Ein Freund von mir, der dort an einen Schwimmwettkampf teilnahm hat, den Zustand des Bades recht gut beschrieben „eine Bruchbude“. Das Frankenbad ist Teil des Bonner Bäder Planspiels. Ausgang offen, Bäder Situation in Bonn möchte ich hier ja nicht eingehen.

Vor dem Frankenbad

Denn Nichtsdestotrotz ist das Frankenbad bzw. der Platz davor einer meiner Lieblingsplätze. Es ist eigentlich immer was los. Hier treffen sich Anwohner und Neugierige und der Platz ist eine Art Marktplatz des Viertels. Hier kann man schön in der Sonne sitzen, den Kindern beim Spielen zusehen, Halbstarke beim Posen beobachten und vieles mehr. Das Publikum ist bunt und alle Altersklassen sind vertreten. Wenn dann auch noch ein mobiler Kaffeestand in der Nähe ist und der Brunnen vor sich hinplätschert, dann ist mein Leben fast perfekt. Wenn ich so auf der Bank sitze und meinen Kaffee trinke vergeht die Zeit wie im Fluge. Besonders, wenn ich auch noch ein spannendes Buch dabei habe.

Heerstraße / Ecke Dorotheenstraße.

An der Heerstraße/Ecke Dorotheenstraße ist alles in Bewegung. Es gibt also den ganzen Tag über viel zu sehen.  Gleich um die Ecke liegt die Marienschule. Dort herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Schülern und Lehrern aller Altersklassen. Viele kommen an der Ecke Dorotheenstrasse/ Heerstraße vorbei. Um die Kreuzung herum liegen zudem eine ganze Reihe Restaurants, Cafés und Bars, die auch tagsüber gut besucht sind. Auch das Frauenmuseeum ist direkt um die Ecke.  Meist setze ich mich einfach in  einen der kleinen Läden und beobachte das bunte Treiben. Im Sommer findet das Leben eigentlich immer draußen statt, so dass man allerlei beobachten kann und mit vielen Leuten ist Gespräch kommt. Die vielen kleinen Läden und Handwerksbetriebe tragen dazu bei, dass das Publikum bunt gemischt ist, über alle Schichten hinweg. Und das macht gerade so interessant. Wenn man allerdings seine Ruhe haben möchte dann ist das der falsche Platz. Dafür ist es zu trubelig. Gegen Abend wandelt sich das Bild, und die Kneipenszene erwacht. Ein buntes Publikum verteilt sich auf die verschiedenen Kneipen und Restaurants, und es geht bis in die frühen Morgenstunden sehr lebendig zu

Nicht zu vergessen. Die Altstadt in Bonn als „Home of Kirschblüte“

Im Frühling, wenn die Bäume anfangen zu Blühen ist die gesamte Altstadt ein Lieblingsplatz. Denn dann beginnt die große Zeit der Kirschblüte. Lange dachte ich: Was für ein kitschiges Ereignis. Stimmt teilweise auch, wenn man sich einige Bilder in den sozialen Medien ansieht.

Aber wenn man selbst unter den Bäumen steht und die blühenden Straßen entlang wandert, dann ist es doch etwas Besonderes. Blauer Himmel, rosa Blüten, alte Häuser und schmale Straßen mit Kopfsteinpflaster haben einfach was. Das habe nicht nur ich, sondern auch viele andere Menschen festgestellt, denn zur Zeit der Kirschblüte ist die Bonner Altstadt richtig voll. Neben den Bewohnern Bonns kommen natürlich auch viele Besucher von Nah und Fern. Für Autos ist in dieser Zeit eigentlich kein Durchkommen mehr. Die Straße wird zur Fußgängerzone.

Einfahrt in die Altstadt während der Kirschblüte

Aber die Fülle hat auch etwas. Es ist ein buntes und internationales  Publikum unterwegs. Die Stimmung ist gut,  es wird viel gelacht. Und irgendwie ist die gemeinsame Begeisterung für die Kirschblüte ansteckend. Wenn man seine Ruhe haben möchte, dann sollte man in dieser Zeit auf die Randzeiten ausweichen. Also in die Altstadt zwischen 6 und 8 Uhr morgens oder eben nachts nach 00:00 Uhr. Beides hat etwas, auch wenn die jeweilige Stimmung ganz unterschiedlich ist.

Frühmorgens wacht die Stadt erst auf. Es ist noch ruhig und still und fast keiner ist unterwegs. Die Bäume wachsen leise vor sich hin, und die Blüten erwachen im frühen Morgenlicht. Die Ruhe verbunden mit dem schönen Morgenlicht begeistert mich jedes Mal.

Spät abends ist es auch sehr schön. Wenn das Kopfsteinpflaster in der Altstadt  im Laternenlicht schimmert und die Äste der Bäume sich im warmen Licht der Straßen Lampen biegen. Einige feierfreudige sind noch unterwegs. Mal laut, mal weniger laut. Mal zielgerichtet, mal etwas schwankend. Manch ein Fenster ist noch erleuchtet und strahlt so manche Kirschblüte an. Durch das fehlende Sonnenlicht wirken die Blüten natürlich nicht ganz so farbenfroh und kräftig. Allerdings ist das Farbenspiel durch die Beleuchtungen insgesamt bunter und vielfältiger. Eben was ganz eigenes.

Mein Vorschlag: Einfach mal ausprobieren.

Beethoven Installation

Das ist es nun gewesen. Unser Ludwig, die Bürgeraktion zu Ludwigs 250. Geburtstag, ist vorbei. Die Kunstinstallation „Ludwig van Beethoven – eine Ode an die Freude“ auf dem Bonner Münsterplatz ging von Freitag, 17. Mai, bis Sonntag, 2. Juni 2019. Der Künstler Ottmar Hörl brach mit dem populären Bild des Musikgenies. Er lächelt diesmal. Denn Beethoven ist eigentlich ein fröhlicher bönnscher Junge. Insgesamt waren 700 kleine Beethoven Figuren ausgestellt, und erzeugen ein beeindruckendes Bild. Das meinen auch die über 75.000 Besucher. Eine wirklich gelungene Aktion.

LudwigvanB. in Japan.

Wisst Ihr eigentlich, dass meine 9. Sinfonie in Japan praktisch die zweite Nationalhymne ist? Denn in keinem anderen Land der Welt wird die Neunte so oft gespielt. Klar, das Stück ist natürlich auch richtig gut geworden. Aber Japan? Da war ich doch noch nie! Dennoch, ein Jahreswechsel dort ist ohne meine „Neunte“ praktisch nicht vorstellbar. Hunderttausende Japaner lernen den deutschen Text von „Freude schöner Götterfunken“ auswendig. Und das komplett und fehlerfrei . Nur wenig Japaner können und verstehen die deutsche Sprache. Dennoch singen alle mit großer Begeisterung in einem der vielen Chöre mit. Es gibt viele Auftritte von Amateurchören. Dabei reden wir nicht nur von einer kleinen Gruppe von Singenden, sondern von bis zu zehntausend Sängerinnen und Sängern, die die Neunte aufführen. Diese Auftritte werden häufig von großen japanischen Unternehmen unterstützt.  

Wahre Kunst ist unvergänglich.

Meine Sinfonie taucht immer dann auf, wenn etwas Erhabenes gespürt werden soll. Daher wird sie traditionell von vielen Orchestern zum Jahreswechsel aufgeführt, und hat fast schon etwas Heiliges. Der Leiter des Deutschen Hauses in Naruto,  Herr Kiyoharu Mori, fasst den Grund für die Begeisterung sehr schön zusammen:

„Es gibt in dem Stück den Moment, wo man sich und seine Präsenz fühlt. Das überkommt alle im Raum, die Sänger, das Orchester, die Zuhörer. Alle verschmelzen zu einem. Und solche Musikstücke gibt es nicht viele. Aber Beethovens Neunte gehört gewiss dazu.“

Besser kann man es eigentlich nicht sagen. Ist bei uns in Europa ja ähnlich. Nicht umsonst ist mein Song die Hymne der EU. Der Bekanntheitsgrad meines Stückes dort erklärt auch, warum in fast jedem Musikwettbewerb Japaner, Chinesen oder Koreaner auf den vorderen Plätzen landen. Sehr viele Studenten entscheiden sich in den Ländern für ein Studium der klassischen Musik. Mehr als 100.000 Studierende sind es; viel mehr als im Land der Klassiker, Deutschland. Drei Viertel der in Deutschland studierenden Japaner sind Musikstudenten. Sie alle möchten in das Land der Klassik und die Ursprünge verstehen. Vermutlich übertrifft auch die Anzahl der Konzerte europäischer Musik in Japan mittlerweile die Aufführungen  in Europa selbst.

Der Startschuß für LudwigvanB.’s Popularität in Asien.

Meine letzte vollendete Sinfonie wurde 1824 in Europa uraufgeführt und war damals schon ein  Meilenstein der Musikgeschichte. Nach Japan kam sie fast 100 Jahre später, und löste sofort einen Begeisterungssturm aus. Am 1. Juni 1918 wurde die 9. Sinfonie zum ersten Mal in Asien aufgeführt.  Nicht etwa durch ein professionelles Orchester, sondern durch einen Chor deutscher Kriegsgefangener. Der 80 Mann starke Chor des deutschen Marine Orchesters führte das Stück vor geladenen japanischen Gästen auf. Sie mussten es für die Veranstaltung sogar umschreiben. Es sollte die Sinfonie Nr. 9 mit dem berühmten Chor „Ode an die Freude“ aufgeführt werden. Doch es gab keine Frauen. Daher musste das Stück entsprechend angepasst werden. Geleitet wurde das Orchester damals von Hermann Richard Hansen aus Glücksburg. Er brachte Beethoven in das Reich der Sonne. Das mit vollem Erfolg, denn so eine Aufführung hatten die japanischen Gäste noch nie gehört! Es war der Beginn der Leidenschaft der Japaner für die klassische europäische Musik. Dort heißt „die Neunte“ „Daiku“ und wird heute von tausenden im ganzen Land geübt. Die Begeisterung für die Kraft der Sinfonie ist weiterhin ungebrochen.

Gerne empfehle ich den folgenden Link ( Die Geschichte von Beethovens 9. in Japan ), um weitere Details und Hintergründe zu erfahren. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte. Gerade in heutigen Zeiten ein positives Beispiel für Völkerverständigung. Auch unter schwierigen Bedingungen.

Einer meiner Lieblingsplätze in Bonn ist eigentlich kein Platz. Hier kann man nicht verweilen, sondern ist fast immer in Bewegung. Trotzdem bin ich sehr gerne dort.

Dieser Platz ist auf der Rheinnixe. Für mich ist die Überfahrt immer wie ein kleiner Urlaub.

Die Rheinnixe wurde 1980 in Betrieb genommen und ist heute die einzige verbliebene Bonner Fähre auf dem Rhein. Sie verkehrt zwischen dem Beuler Rheinufer und Bonn. Parallel zur  Kennedybrücke zieht sie ihre Bahnen etwas weiter stromaufwärts bzw. südlich der Brücke. Die Überfahrt geht recht flott und ist eigentlich völlig unspektakulär. Aber trotzdem, hier ist man mittendrin statt nur dabei. Je nach Wetterlage ist die Überfahrt etwas schauklig, oder eben ruhig und sanft. Je nach Wasserstand muss ich weit zur Fähre hinuntersteigen, oder es geht den Steg steil hinauf. Und wenn man erstmal an Bord ist, dann kann der Blick weit in die Ferne schweifen. Oder eben nur um die Ecke. Dann kann ich dem Kapitän beim Steuern zusehen.

Ein Garant der Regelmäßigkeit

Für mich ist die Fähre eine Institution. Auf der einen Seite ist sie ein Eckpfeiler für Regelmäßigkeit. Sie fährt  jeden Tag (mal abgesehen von erzwungenen Pausen durch extreme Wasserstände), und legt immer an den gleichen beiden Punkten an. Hin und her und hin und her. Passagiere aussteigen, Passagiere einsteigen und los. Passagiere aussteigen, Passagiere einsteigen  und zurück.

Auf der anderen Seite ist aber jede Überfahrt anders. Mal ist das Verkehrsaufkommen auf dem Rhein hoch. Dann muss sich die kleine Fähre zwischen den  langen Reihen an großen Transport- und Containerschiffen hindurchschlängeln. Mal ist die Strömung stark. Dann sucht die Fähre den geschicktesten Weg, um durch das Ausnutzen der Strömungsgeschwindigkeit Energie zu sparen. Mal ist der Wasserstand sehr niedrig. Dann sucht sie den Zugang zur letzten verbleibenden Fahrrinne an den Steg. Kein Tag ist also wie der andere. Damit ist die eigentliche Regelmäßigkeit also jeden Tag ein kleines Abenteuer.

Mein Lieblingsplatz das Oberdeck

Schon oft habe ich mich auf das Oberdeck gesetzt und bin mehrmals hin und her gefahren. Ich bin nach dem Anlegen einfach sitzengeblieben und habe auf die nächste Überfahrt gewartet. Das Oberdeck ist, besonders bei Sonnenschein, mein absoluter Lieblingsplatz. Mir macht es Spaß die Passanten am Rheinufer zu beobachten. Oder die Passagiere die an Bord kommen. Radfahrer, die eine Abkürzung nehmen, Familien mit Kindern, die eine kleine Bootsfahrt machen wolle, ein paar Touristen auf Entdeckungstour oder Rentner, die schon seit Jahren hier übersetzen.

Wenn es dann losgeht, die Sonne scheint und man die Augen schließt, dann ist es fast wie am Meer. Man hört andere Schiffe, Stimmengewirr und sogar die Schrie der Möwen. Ja, Möwen sind am Rhein weit verbreitet, denn genug  zu futtern gibt es alle Male.

Italienische Momente

Und wenn man dann von Beuel aus übersetzt, auf dem Weg zum Brasse Ufer auf der anderen Seite, dann erhebt sich dort ein großer Kirchenkomplex. Das Collegium Albertinum. Es wurde 1892 im neugotischen Stil fertiggestellt und erhebt sich direkt am Rhein auf dem Gelände einer ehemaligen römischen Siedlung. Teile einer römischen Thermenanlage sind dort noch zu sehen.

Das Collegium Albertinum ist das Theologenkonvikt des Erzbistums Köln. Es war in seiner langen Geschichte unzähligen Priesterkandidaten während ihres Studiums Heimat und Studienort, denn dort wohnen die Priesterkandidaten während ihres Studiums. Nicht umsonst würde das Haus früher von den Bonnern  „Kaplönchensfabrik“ genannt.

Ein imposanter Bau, der hoch über dem Rheinufer thront. Darauf fährt die Rheinnixe zu. Und in Kombination mit der Allee von Platanen am Rhein,  den geschotterten Wegen und Sonnenschein auf der Haut fühlt man sich fast wie in Italien. Jetzt noch ein Espresso an Deck…….. Das wäre schon zu perfekt.

Weitere Informationen zur Rheinnixe findest Du hier:

https://www.rheinnixe.com/

Heute möchte euch LudwigvanB. zu zwei seiner Lieblingsorte zum Entspannen in Bonn mitnehmen: der Japanische Garten und der Blindengarten. In unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegen in der Bonner Rheinaue zwei Kleinode versteckt, die zu einer Auszeit im Grünen einladen.

Hier kann man den Trubel der Stadt hinter sich lassen und in eine überraschend gestaltetet kleine Welt eintauchen. LudwigvanB liebt die Besuche dieser Gärten in den frühen Morgenstunden. Während der Blindengarten den Garten durch Duft und Tasten für den Besucher erlebbar macht, spielt beim Japanischen Garten die visuelle Gestaltung eine wesentliche Rolle.

Der Japanische Garten

Den Japanischen Garten gibt es bereits seit 1979. Im Rahmen der damaligen Bundesgartenschau beauftrage die japanische Regierung den Präsidenten des Landschaftsgestaltungsverbandes, Dr. Akira Sato, mit der Schaffung eines japanischen Gartens. Natürlichkeit und Harmonie prägen die Gesamtkomposition des Gartens. Diese harmonische Gestaltung entspannt den Blick und man kommt zur Ruhe. Also, könnte man zumindest,… denn an manchen Tagen ist es sehr voll, besonders am Wochenende und bei schönem Wetter. Der kleine Garten ist für großen Menschenmengen einfach nicht gemacht. In diesem Fall empfiehlt LudwigvanB. den Besuch am frühen Morgen oder am späten Abend. Dann wird die beruhigende Wirkung des Gartens durch das sanfte Licht zusätzlich unterstützt.

Vereinigung verschiedener Gestaltungsstile

Der Garten wurde im Tsukiyama Sensai Stil gestaltet und beinhaltet die dafür wesentlichen Elemente eines Sees und eines Hügels. Bei der Gestaltung hat man versucht, verschiedene Gartenarten in leicht abgewandelter Form auf der gegebenen Fläche darzustellen. Zum einen orientiert der Japanische Garten sich an den Meditationsgärten, verfügt aber -anders als diese- über einen Rundweg. Zum anderen wurden Teile eines Teegartens übernommen und ein Trockengarten (Kare Kann Sue) ist ebenfalls angelegt worden. Bei der Gestaltung des Japanischen Gartens wurde besonders darauf geachtet die umgebene Landschaft mit einzubeziehen. Zudem ist es so, dass sich er sich beim Eintreten nicht sofort erschließt. Man muss erst ein Stück hineingehen, um die Wasserflächen und die Gesamtheit des Gartens zu erkennen. Er wird durch einen See, zwei Wasserfällen und einer Pagode dominiert und ist zur Rheinaue hin mit einem Bambuszaun abgegrenzt.

Ein Rundgang durch den Japanischen Garten

Wenn man den Garten durch das im Teezeremoniestil gebauten Tor betritt, so fällt der Blick direkt auf einen aufgeschütteten Hügel und eine Steinlaterne. Durch den Hügel bleibt die eigentliche Gestalt des Gartens verborgen. An der Steinlaterne befindet sich die Erinnerungstafel an die damalige Bundesgartenschau. Nun wendet man sich nach rechts und folgt einem mit langen, schmalen Steinen gepflasterten Weg. Man erreicht eine kleine Holzhütte mit einem nachgebildeten Brunnen. Die Hütte stellt einen Warteraum dar in dem sich der Besucher auf eine bevorstehende Teezeremonie einstimmt. Von dort geht es weiter über eine kleine Holzbrücke zu einer kleinen Insel. Erst von hier aus kann man zum ersten Mal den gesamten Garten mit seinem See erfassen. Hier wird auch deutlich, wie die umgebende Landschaft bei der Gestaltung des Gartens mit einbezogen worden ist. In der Ferne ist das Siebengebirge zu sehen und wirkt wie vollständig in den Garten integriert. Dadurch erscheint der – eher kleine – Garten groß und weit.

Weiter geht es über eine zweite Brücke zu einer kupferbedeckten Holzlaube im Teezeremoniestil. Dort wird die eigentliche Teezeremonie vorbereitet. Von hier aus erschließt sich der Blick auf eine kleine Sandbank mit Pagode und einen Wasserfall. Die 500 Tonnen Steine für die Sandbank wurden extra von Japan nach Deutschland transportiert und verdeutlichen die Liebe zum Detail bei der Anlage des Gartens zusätzlich.

Nun geht es den Hügel hinauf zur Quelle eines Bachs. Dieser kann über eingelassene Steine überquert werden. Ein -zumindest für Kinder- aufregendes und spannendes Unterfangen. Folgt man mit den Augen dem Verlauf des Baches sieht man mehrere Stromschnellen und den großen Wasserfall, der beim Betreten des Gartens noch verborgen blieb. Geht man weiter nach oben wird ein Aussichtspunkt erreicht, von dem der gesamte Garten wieder überblickt werden kann. Es geht nun wieder bergab, vorbei an einer weiteren Steinlaterne zurück Richtung Ausgang. Auf dem Weg dorthin erhascht man immer wieder einen schönen Blick auf den Garten mit Pagode und Wasserfall.

Der Bonner Blindengarten

Direkt neben dem Japanischen Garten liegt ein weiteres Kleinod: der Blindengarten von Bonn, den LudwigvanB. euch vorstellen möchte:

Der Blindengarten wurde 1983 eröffnet, um auch Blinden und Sehbehinderten die Möglichkeit zu geben, sich mit Gartenelemente zu beschäftigen und die Flora und Fauna der Bonner Rheinaue (be-)greifbar zu machen.

In diesem speziellen Garten finden sich besonders viele Pflanzen mit ausgeprägtem Duft (Duftpflanzen), die sich über die Nase entdecken lassen. Dazu gehören z.B. Minze, Rosmarin, Thymian oder Schnittlauch.

Gleichzeitig gibt es auch Pflanzen mit interessanter Blattoberflächenstruktur bzw. Blütenform, um diese tastend zu erschließen.

Bestimmte Pflanzen im Garten können sogar probiert werden. 

Die Gestaltung des Blindengartens

Der Garten wurde zuletzt umgestaltet und im Sommer 2017 neu eröffnet. Die Gärtner des Amtes für Stadtgrün der Stadt Bonn haben den Blindengarten neu konzipiert.

Teile der Beete und Rabatten sind nun erhöht angelegt, damit einerseits die Wegführung gut ertastet werden kann, andererseits auch die Pflanzen auf einer Höhe stehen, die das Befühlen und Beriechen erleichtert. Der Ambassador Club Bonn hat die Grünpatenschaft für den Garten übernommen.Mittlerweile blühen dort mehr als 800 Gewürzpflanzen, Kräuter und Stauden aus 33 Pflanzensorten auf knapp 2000 Quadratmetern.

Am Eingang steht eine Bronzetafel und gibt eine gute Übersicht über die gesamte Anlage des Gartens. Im Garten selbst sind die einzelnen Pflanzen zur besseren Orientierung mit kleinen Täfelchen markiert. Dort steht der entsprechende Pflanzenname. Ebenso wie auf der Bronzetafel natürlich in Brailleschrift.

Blind den Elefanten erfassen

Im Zentrum des Gartens steht der Bronzebrunnen des Künstlers Richard Engels. Auf einem gemauerten Sockel steht eine Figurengruppe aus Bronze. Ein Elefant wird von mehreren Menschen umringt und an verschiedenen Stellen betastet. Am Rüssel, am Bein am Schwanz, am Ohr, am Rücken. Jeder untersucht den Elefanten an einer anderen Stelle.

Angelehnt ist die Skulptur an die Geschichte von den Weisen und dem Elefanten, die es im Netz in verschiedenen Variationen gibt. Die am meisten verwendete Varianten geht wie folgt und ist auf https://www.thur.de/philo/hegel/elefant.htm dokumentiert.

 „Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.  
Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel des Elefanten betastet. Er sprach: „Ein Elefant ist wie ein langer Arm.“  
Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: „Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer.“  
Der dritte Gelehrte sprach: „Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.“ Er hatte ein Bein des Elefanten berührt.  
Der vierte Weise sagte: „Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende“, denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet.  
Und der fünfte Weise berichtete seinem König: “ Also ich sage, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.“ Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.  
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: „Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist.“  
Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, daß jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufriedengegeben hatten.“  

Verfasser unbekannt

SEIFE? EHER NICHT.

Das war für mich bisher immer: Oma, old school, Duftnote von Kernseife und eben nicht aus diesem Jahrhundert. Meine bisherigen Erfahrungen waren zudem eher negativ geprägt.

Bei manchen Übernachtungen in Hotels traf ich hin und wieder auf Seife. Dort gab es dann weder Duschgel oder Handwaschlotion sondern nur Seife. Diese war klein und dünn, lieblos verpackt und hat im besten Fall nach nichts gerochen. Die Seife war dann meist steinhart, entwickelte kaum Schaum, brannte in den Augen und hinterließ häufig ein Spannungsgefühl auf der Haut. Duschen oder Händewaschen hat da nicht wirklich Spaß gemacht.

Doch nun hat LudwigvanB. selber Seifen im Programm. Was also ist passiert?  Dahinter steckt eine etwas längere Geschichte. Vor einer ganzen Weile war ich auf einem Kunsthandwerkermarkt unterwegs. Hier ergab sich zufällig die Gelegenheit mich mit dem Thema Seife näher zu beschäftigen.

SEIFENHERSTELLUNG

Auf dem Markt gibt es auch einen Stand mit verschiedenen Seifen, Kräutern und ätherischen Ölen. Dort komme ich mit einer erfahrenen Seifensiederin in Gespräch. Diese erklärt mir bereitwillig wie vielfältig das Thema Seife ist und was man alles dabei beachten sollte.

Das fängt schon beim Herstellungsverfahren an. Es gibt das sogenannte Heiß- und das Kaltverfahren.

Im Heißverfahren wird dem Produkt viel Wärme zugeführt. Dadurch wird der Verseifungsprozess beschleunigt.  Neben der erhöhten Energiezufuhr wird die Seife aber nicht so fein und enthält oft weniger pflegende Substanzen.

Für meine Seifensiederin ist das Kaltverfahren die Herstellungsmethode der Wahl, da hier der gesamte Prozess am schonendsten ist. Bei  diesem Verfahren wird die Seife nicht zusätzlich erhitzt. Die Wärme entsteht allein durch die natürliche chemische Reaktion der beigemischten Komponenten. Dieser Prozess ist sehr schonend, dauert aber mit 4-6 Wochen anschließender „Reifezeit“ entsprechend lang.

Während der Verseifung entsteht zum einen Seife, zum anderen werden pflegende Inhaltsstoffe gebildet. Einer davon ist z.B. Glyzerin.

Glycerin ist Bestandteil des hauteigenen Feuchthaltesystems. Dieses sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet. Als kleines Molekül kann das Glycerin gut von der Haut aufgenommen werden. Durch seine hohe Wasserbindefähigkeit sorgt es dafür, dass weniger Wasser aus der Haut verdunstet. Die Hautfeuchte wird somit erhöht, was zur Hautglättung und Verbesserung der Elastizität beiträgt. Zudem ist Glycerin sehr gut verträglich. 

Durch die Zugabe von weiteren, ausgewählten Komponenten wie z.B. Aloe Vera oder Sheabutter kann der Pflegeeffekt der Seife sogar noch erhöht werden. Ihren wunderbaren Geruch erhalten die Seifen dann durch Beigabe von ätherischen Ölen und Duftstoffen. Für die Seifen am Marktstand werden zudem nur pflanzliche Zutaten eingesetzt.  Somit sind die Seifen auch noch vegan und kommen ohne Tierversuche aus.

„Probieren Sie die Seife doch einfach mal aus“ meint sie zum Schluss. „Unsere Produkte sind wunderbar. Reinigen sanft, pflegen und duften auch noch gut“.

 SEIFE ZUM AUSPROBIEREN

Die Dame hat mich überzeugt und ich habe zwei Stück Seife mitgenommen. 
Ein Stück für das Gäste-WC zum Händewaschen. Das andere zum Duschen. 
Jetzt will ich herausfinden, ob die Seifen wirklich so gut sind oder ob meine bisherigen Erfahrungen wieder bestätigt werden.
An dieser Stelle kann ich schon sagen, dass ich in vielerlei Hinsicht überrascht worden bin. Aber der Reihe nach.

Verpackung

Mir ist schon seit langem der viele Plastikmüll, den wir produzieren ein Dorn im Auge. Die leeren Duschgelflaschen und Spender für Flüssigseife musste ich bisher stets entsorgen. Die Abfallmenge konnte ich durch den Kauf von Nachfüllpacks etwas reduzieren, aber Plastikabfall gab es trotzdem. Umso schöner, dass meine beiden Seifen nur in ein kleines Stück Papier eingewickelt sind und von einer Banderole zusammen gehalten werden. Das ist im Vergleich zu den Duschgels praktisch ein Nichts an Abfall. Und dieses Nichts kann zumindest noch vernünftig wiederverwertet bzw. zurückgeführt werden.

Aussehen und Gebrauch

Erst mal ausgepackt sehen die Seifen sehr schön aus und riechen wirklich gut. Beim Händewaschen bildet sich ein toller cremiger Schaum. Meine Finger werden schön sauber und die Haut fühlt sich weich und geschmeidig an (für das Händewaschen habe ich eine Seife mit hohem Olivenöl Anteil ausgewählt, die stark rückfettend ist). Für das Duschen gilt das gleiche. Durch den cremigen Schaum lässt sich die Seife gut verteilen und reinigt porentief. Ein leichter Duft der Seife bleibt auf der Haut zurück und begleitet – zumindest die nächsten Stunden- durch den Tag.

Neue Frage taucht auf

Hier habe ich auch gleich einen Nachteil festgestellt. Wohin mit der Seife nach der Benutzung? So etwas wie eine Seifenschale hatte ich gar nicht mehr im Haus. Also habe ich die Seife an den Rand des Waschbeckens/der Dusche gelegt. Da trocknet sie aber nicht richtig, bleibt feucht und wird auf Dauer matschig. Bei meinem Flüssigseifenspender hatte ich das Problem nicht. Also habe ich mir kurzentschlossen eine Seifenschale zugelegt. Sieht gut aus und löst das Problem.

Seife überzeugt

Seit dem Gespräch über Seife am Marktstand nutze ich kein Duschgel oder Flüssigseife mehr. Ich habe die bunten, wohlriechenden Seifenquader schätzen gelernt und möchte sie nicht mehr missen. Die Seifen reichen, je nach Anwendung- in der Regel so lange wie 1-2 Packungen Duschgel, hinterlassen aber kaum Abfall. Durch Herstellung in Handarbeit und ausgewählte Zutaten ist die Seife sehr wertvoll. Ich muss nicht damit rechnen, dass Komponenten untergemischt sind, die ich nicht möchte. Ein unschönes Beispiel ist hier das Plastikgranulat, welches als Peelingersatz in manchen Duschgelen zum Einsatz kommt. Das verschmutzt die Umwelt und hat aus meiner Sicht mit Recycling von Kunststoffen nichts zu tun.

Nachdem die Seife Einzug in meinen Haushalt gehalten hat bin ich sogar noch einen Schritt weiter gegangen.  Mittlerweile benutze ich sogar Haarseife. Das ist eine feste, kompakte Form der Seife, die speziell für die Haarwäsche hergestellt wird. 

Bonner Seife

Ich bin vom Nutzen und Gebrauch der Seife inzwischen so überzeugt, dass ich diese ins Sortiment von LudwigvanB. aufgenommen habe. Natürlich nicht irgendeine Seife. Für LudwigvanB. sollte sie alle Kriterien von natürlichen Rohstoffen, schonender Verarbeitung und wenig Verpackung erfüllen. Und sie soll die Düfte Bonns wiederspiegeln und uns alle an schöne Plätze und Orte in Bonn erinnern.

Wenn ihr euch also auch einfach mal von Seife überzeugen lassen wollt, findet ihr hier bestimmt ein Duft, der euch gefällt.

Auf Facebook erfahrt ihr, wo ihr aktuell in Bonn eine Schnupperprobe machen könnt.  Folgt uns gerne, um immer auf dem Laufenden zu sein.